Energiewende – Effizienz und Einsparungen im Heizungsbau

Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, die Energieversorgung Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien umzustellen, ohne dass die Stromkosten deutlich zunehmen. Damit gewinnen die erneuerbaren Energien an Bedeutung, die in den kommenden Jahren die bisherigen Energieträger Kohle und Atomkraft ablösen sollen. Gleichzeitig spielt die Steigerung der Energieeffizienz eine entscheidende Rolle, um die angestrebten Klimaziele auch zu erreichen.

Ziele der Energiewende

Schlagwörter der Energiewende sind die Reduzierung der Treibhausemissionen bis 2030 und das erreichen des sogenannten 1,5-Grad-Ziels. Dabei stehen vor allem die folgenden Themenbereiche im Mittelpunkt:

  • Umweltverträglichkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Versorgungssicherheit
  • Europäische Umsetzung

Bis zum Jahr 2050 soll zudem der Primärenergieverbrauch um 50 Prozent sinken. Dieser berücksichtigt - anders als der Endenergieverbrauch - auch Verluste, die bei Förderung, Aufbereitung und Transport entstehen. Eine Senkung des Primärenergieverbrauches gelingt sowohl über die Nutzung erneuerbarer Energien als auch der steigenden Energieeffizienz.

Energiegewinnung durch erneuerbare Energien

Die Umstellung auf erneuerbare Energien bringt einen Strukturwandel zugunsten dezentraler und kleinerer Anlagen mit sich, die große Atomkraft- und Kohlekraftwerke ersetzen. Dadurch ergeben sich besondere Herausforderungen für die Transportnetze, deren überregionaler Ausbau weiter vorangetrieben wird. Gleichzeitig bedarf es der Weiterentwicklung intelligenter Netze und Speichermöglichkeiten für die unbeständige Verfügbarkeit einzelner Energieträger.

Für den Ausbau der erneuerbaren Energien stellt das EEG das wohl wichtigste Instrumentarium dar. Daneben erfolgt derzeit eine Novelle des Bundesbedarfsplanungsgesetzes, das den Netzausbau weiter optimieren soll. Neben der überregionalen Ebene bieten sich jedoch auch für Eigentümer*innen von Gebäuden und Nicht-Wohngebäuden zahlreiche Möglichkeiten, um unter Zuhilfenahme staatlicher Zuschüsse und Fördermittel die Energiebilanz von Bestandsbauten zu verbessern:

  • Bau einer Photovoltaikanlage zur Stromversorgung oder Erwärmen von Heizwasser
  • Nutzung von Wärmepumpen (thermische Energie)

Energie effizienter nutzen

Es reicht jedoch nicht aus, die Energiegewinnung auf erneuerbare Energien umzustellen, wenn der Energiebedarf gleichzeitig immer weiter zunimmt. Entsprechend stellt die effizientere Nutzung von Energie den zweiten Fokus der Bundesregierung dar.

Dies schlägt sich beispielsweise in einer schrittweisen Erhöhung der Energiestandards für Neubauten nieder. Diese betreffen insbesondere die Wärmedämmung, sodass Heizenergie effizienter genutzt werden kann.

Hinzu kommen Fördermittel für die Umstellung auf effiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und die Ausarbeitung einer Effizienzstrategie Gebäude für Deutschland.

Kriterien einer energieeffizienten Heizungsanlage

  • hoher Nutzungsgrad
  • geringe Emissionen
  • hohe Effizienz
  • Anpassung der Dimensionierung an den Bedarf
  • geringe Betriebskosten

Zusätzlich unterstützen lässt sich die Effizienz der Heizungsanlage durch eine gute Wärmedämmung der Gebäudehülle.

Gasheizungen als effiziente Heizungsanlagen

Gas ist zwar meist als fossiler Brennstoff verfügbar, doch arbeiten Gasheizungen höchst effizient und emissionsarm, sodass sie eine gute Alternative zu anderen Heizungsformen darstellen. Zudem steigt der Anteil an Biogas-Anlagen an die einen nachhaltigen Betrieb gestatten.

Vor allem das Beheizen von Hallen geht mit einigen Herausforderungen einher, denen Gasheizungen in besonderem Maße gewachsen sind. Im Nicht-Wohnungsbau finden sich insbesondere folgende Wärmeerzeuger:

  • Brennwertkessel
  • Gas-Wärmepumpen, die zusätzlich die Umgebungswärme nutzen
  • Hybridheizungen
  • Block-Heizkraftwerke, die neben Wärme gleichzeitig auch Strom erzeugen
  • Brennstoffzellen-Heizkraftwerke

Brennwertheizungen nutzen auch die Wärme aus den Abgasen von Heizungen und haben so einen höheren Wirkungsgrad. das spart nicht nur Energie und Kosten, sondern deren Einbau stellt inzwischen einen gesetzlichen Standard bei Neubauten dar. Der Betrieb der Heizung erfolgt entweder zentral oder dezentral, indem Lüftungsanlagen die warme Luft in den Raum blasen. Weit verbreitet sind zudem Strahlungsheizungen, bei denen die heiße Luft über ein geschlossenes System erzeugt wird, in dem das Gas-Luft-Gemisch verbrannt und über Ventilatoren verteilt wird.

Gasheizungen im Hallenbau

Anders als in Wohngebäuden müssen in Gewerbe- und Industriehallen große Räume mit Deckenhöhen von fünf und mehr Metern beheizen. Offene Hallentore und eine geringe Dämmung der Gebäudehülle begünstigen Wärmeverluste zusätzlich. Auch eine optimale Dämmung könnte hier nicht zu einem energiearmen Betrieb der Heizung beitragen.

Strahlungsheizungen im Hallenbau

Eine Lösung stellt hier eine moderne Strahlungsheizung dar, die sich als Hell- oder Dunkelstrahler ganz einfach im laufenden Betrieb an der Decke montieren lässt. Durch die Strahlungswärme erfolgt hier nicht das flächige Erwärmen der Raumluft, sondern lediglich der angestrahlten Bauteile und Objekte. So entsteht ein angenehmes Raumklima schon bei geringem Energieaufwand.

Ein weiterer Punkt, der zu einem sehr effizienten Betrieb beiträgt, ist die Möglichkeit der punktuellen Nutzung der Heizung, sodass sich einzelne Bereiche der Halle bei Bedarf heizen lassen. Dabei sind keine Vorlaufzeiten erforderlich, da die Strahlungswärme unmittelbar nach dem Anschalten der Heizung wirkt.

Vorteile dezentraler Strahlungsheizungen im Hallenbau

  • geringe Betriebskosten
  • schnelle Amortisation der Investitionskosten
  • emissionsarm
  • Nachtabsenkung und temporäre Nutzung
  • gezieltes Beheizen einzelner Arbeitsbereiche
  • Überbrückung großer Raumhöhen
  • kein Vorheizen nötig
  • niedriger Verbrauch von Primärenergie
  • Kombination mit Wärmetauscher möglich
  • gezieltes Erwärmen von Objekten, keine aufsteigende warme Luft
  • nahezu verlustfreier Transport von Wärme an den Bestimmungsort

Warmlufterzeuger

Warmlufterzeuger gehören ebenfalls zu den dezentralen Heizungssystemen und bringen Wärme kurzfristig dorthin, wo sie benötigt wird. Die Mehrheit der anlagen läuft ebenfalls mit Gas, die warme Luft wird anschließend entweder direkt vom Gerät in den Raum geblasen oder über ein Rohrsystem an verschiedene Stellen im Raum verteilt. Auch diese verfügen über eine gute Effizienz und einige Vorteile:

  • direkte Erwärmung der Raumluft ohne Träger
  • gleichmäßige Raumtemperaturen
  • schnelle Wärmerzeugung
  • Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung
  • Nutzung externer Wärmequellen möglich
  • hohe Spitzenlastreserve gestattet Nachtabsenkung

Wand- und Fußbodenheizungen

Platzsparend sorgen Wand- und Fußbodenheizungen für eine angenehme Raumluft. Allerdings ist der Einbau fast nur im Neubau sinnvoll, da der Aufwand im Bestand erheblich und mit hohen Kosten verbunden ist. Zum Einsatz kommen hier Rohre in der Wand oder im Boden, die entweder wassergeführt sind oder mithilfe von Strom erwärmt werden. Daneben gibt es auch gasbetriebene Außenwandheizungen, die auf einer Wand montiert werden und mithilfe eines Brenners arbeiten.

  • hohe Effizienz
  • Strahlungswärme sorgt für ein angenehmes Raumklima
  • verlustfreie Wärmeverteilung
  • Verbesserung des Dämmwertes durch Reduzierung des Feuchtigkeitsgehalts (bei Wandheizungen)
  • Einbindung regenerativer Energien möglich

Welche Heizungsanlage sich letztlich für Ihre Halle am besten eignet, um möglichst energiearm und kostensparend betrieben zu werden, lässt sich am besten durch eine fachkundige Beratung ermitteln. Der Einbau ist auch nachträglich einfach möglich. Die Investition lohnt sich nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern wird sich schnell amortisieren.